2011
PHANTOM SONGS & das andere Ende der Welt
Anfang März fliegen wir nach Australien. Als erste deutsche Band spielen wir auf dem WOMAD-Festival in Adelaide. Der Hinflug dauert geschlagene 26 Stunden! Eben war noch Winter in Berlin, jetzt schwüle Tropen beim Umsteigen in Singapur und dann sengende Hitze in Australien ... und das alles an einem Tag! Wow. Das traditionsreiche Festival mit zahlreichen Bühnen und seiner Mischung aus lokalen und internationalen Künstlern zieht Zehntausende von Menschen.

Wir geben zwei Konzerte und nehmen ein Bad in der Menge. Ein abschließender Highlight ist der Auftritt der Allstar-Band, die von dem Londoner Nitin Sawhney zusammen gestellt und angeleitet wird. Ein Teil der Hippies bildet mit Anthony "Drumtan" Ward am Schlagzeug zusammen die Backingband. Gäste wie die jamaikanische Reggae-Legende Horace Andy und der parkistanische Qawwali-Meister Faiz Ali Faiz kommen dann nacheinander während des Konzertes hinzu. Was für eine spezielle Mischung!


Fast alle Künstler, die in Australien aufgetreten sind, spielen im Anschluss auch das WOMAD-Festival in New Plymouth / Neuseeland. Da das Festival dort auf dem Gelände heimischer Taranaki stattfindet, werden alle Musikgäste vor Ort mit einer stammestypischen traditionellen Pōwhiri Zeremonie begrüßt. Vom nose rubbing hatten wir schon gehört, aber was dann geschieht ist sehr besonders … in einer langen Schlange reiht sich der ganze Stamm auf und jeder Gast (immerhin knapp 120 Musiker aus aller Welt!) legt seine Stirn und Nase an die eines jeden Gastgebers. Nacheinander. Die Maori sehen einem dabei in die Augen und fragen ganz in Ruhe: "Wie geht es dir? Woher kommst du? Wie fühlst du dich?" … unglaublich intensiv.

Wir als eingeladene Musiker geben dann im Gegenzug im grossen Maori-Langhaus ein Ständchen. Und wie wir da mit allen Gästen auf der Erde hocken, wird uns mit einem Mal bewusst, dass quasi die ganze Welt in diesem Raum versammelt ist: Mongolen, Engländer, Ägypter, eine Frau vom Nordpol, Amerikaner, Malinesen, Parkistanis, Franzosen, Berliner … Alle sitzen hier in einem Raum zusammen und erleben einen magischen Nachmittag. So magisch, dass es nur Fotos vom Anfang der Zeremonie gibt.

Der Rückflug aus Neuseeland dauert noch länger als die Hinreise, 36 Stunden diesmal.
Hier ein Video mit Bildern u.a. aus Neuseeland
Im Mai gehen wir quer durch Deutschland auf PHANTOM TOUR.
Viele Stücke des neuen Albums bekommen in den Live-Versionen ganz neue Facetten und es macht riesigen Spaß, das Publikum und auch sich selbst damit zu begeistern. Im Sommer dann Festivals in Frankreich, Spanien und England.

Zum Beginn des Ramadan geben wir ein ganz besonderes Konzert im Museum für islamische Kunst in Berlin vor der dort ausgestellten Fassade des Mschatta-Palasts. Zusammen mit dem Schattenspieler Bayu Herlambang und dem Londoner Gamelanspieler Aris Daryono tauchen wir in die mystische Welt von Java ein.

Im November sind wir dann noch mal in Deutschland auf Tour, spielen in der Schweiz und wieder in Spanien.




